Neben Hamburg und Dresden ragt auch Magdeburg aus der Masse der „Elb-Städte“ heraus. Die Hauptstadt des Landes Sachsen-Anhalt nimmt seit jeher eine Sonderstellung ein.
Magdeburg fand 805 erstmals Erwähnung. Das damalige Magadoburg war Kaiserpfalz unter Otto I. 919 befestigte Heinrich I. der Vogler Magdeburg gegen die Magyaren und Slawen. Die Magdeburger nutzten jedoch die Magdeburger Elbfurt gleichzeitig, um mit den Slawen Handel zu treiben.
929 heiratete Heinrichs Sohn Otto I. Edith, die Tochter Edwards des Älteren von England. Bei der Hochzeit erhielt Edith Magdeburg als Morgengabe. 937 hielten unter anderem zwei Erzbischöfe und acht Bischöfe dort eine Reichsversammlung ab.
Nach dem Tod Ediths heiratete Otto Adelheid von Italien. 962 erhielten Otto der Große und Adelheid die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches. Auf der Synode von Ravenna stieg 968 Magdeburg zum Erzbistum auf. Zu diesem gehörten die Bistümer Brandenburg, Havelberg, Meißen, Merseburg, Posen, Zeitz-Naumburg und Lebus.
973 starb Kaiser Otto der Große. Er ruht neben seiner ersten Frau Editha. 995 schloss Otto III. Schlesien dem Bistum Meißen an und unterstellte es dem Erzbistum Magdeburg. Seit 1035 ist Magdeburg Messestadt. Viele Besucher aus vielen Ländern trieben in Magdeburg Handel. Das belegt eine Magdeburger Silbermünze aus dem 11. Jahrhundert. Man fand sie in Sandur auf den Färöern.
Im 12. Jahrhundert löste sich die Stadt vom Erzbistum Magdeburg, dem Stadtherrn. Sie konnte allerdings nie die völlige Freiheit erlangen. Um 1430 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Erzbischof. Die Einführung der Reformation 1524 vertiefte die Gegensätze. Nachdem Luther im Juni 1524 in der Domstadt predigte, zog Georg von Mecklenburg mit der Unterstützung Kaisers Karl V. gegen Magdeburg. Nach der schweren Niederlage Magdeburger Truppen, belagerte Georg von Mecklenburg die Stadt. Ein Friedensvertrag beendete diese Belagerung. Magdeburg erhielt nun einen sakralen Ehrennamen: „Unseres Herrgotts Kanzlei“.